Gerd Kommer zur Nachhaltigkeit – Was uns verbindet und trennt

Bahn-Aktien wären nachhaltig, sind aber noch nicht käuflich (Foto: Bomsdorf).
Bahn-Aktien wären nachhaltig, sind aber noch nicht käuflich (Foto: Bomsdorf).

Vor ein paar Tagen erschien auf dem Blog (und im newsletter) von Gerd Kommer ein Beitrag zum Thema nachhaltiges investieren. Wie eigentlich immer bei ihm, ist der Text lesenswert. Auch, wenn er darin zum Teil zu anderen Schlussfolgerungen kommt als ich, sind wir uns in vielen Dingen einig, zum Beispiel:

 

  • es ist eine Frage der eigenen Werte, was als nachhaltig angesehen wird,
  • es ist schwierig für Indexanbieter nachhaltig zu definieren und zu kommunizieren, was dahinter steckt,
  • das Produktangebot ist noch sehr überschaubar,
  • die Diversifikation fällt geringer aus, wenn ein Teil des Investmentsuniversums wegfällt (weil es den ethischen Kriterien eben nicht entspricht).

Auch wenn es noch nicht das optimale Angebot an nachhaltiger Geldanlage für ein breit gefächertes Portfolio gibt, ist es doch möglich auch mit ETFs möglichst ethisch anzulegen. Wie jede (Investment-)Entscheidung wird man da nie all seine Ansprüche erfüllen können. Doch besser einen Schritt weiter als Stillstand (hier geht es übrigens zu meinem vorherigen Beitrag zu Nachhaltigkeit).

Gerd Kommer Bestseller erschienen im Campus Verlag. (Abbildung: Verlag)
Gerd Kommer Bestseller erschienen im Campus Verlag. (Abbildung: Verlag)

Außerdem sollte niemand vergessen, dass jeder Einzelne von uns auch Konsument ist und Unternehmen und Geschäftspraktiken auf der Nachfrageseite zeigen kann, was er oder sie von denen hält. Wer Starbucks Steuerpolitik für zweifelhaft hält, sollte eben ins kleine Café nebenan gehen (in der Hoffnung, dass dort nicht ein Teil der Einnahmen schwarz erzielt wird) und wer  findet, Ryanair ist nicht nur für den Klimawandel mit verantwortlich, sondern behandelt seine Angestellten auch schlecht, sollte lieber mit der Bahn fahren. Ähnliche Aspekte finden sich ganz am Ende des Blogbeitrags von Gerd Kommer, der übrigens wie ich im Campus Verlag publiziert, sein Bestseller heißt: “Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs”.

 

3 Gedanken zu „Gerd Kommer zur Nachhaltigkeit – Was uns verbindet und trennt

  1. Vielen Dank für den Beitrag, Clemens. Mir erschließt sich allerdings (noch) nicht, inwiefern der Kauf einer Aktie eines “nachhaltigen” Unternehmens/eines Aktienfonds, der Aktien nachhaltiger Unternehmen hält, ein Investment in diese Unternehmen darstellt. Denn Aktien werden idR von einem Anteilseigner, einem Aktionär, und nicht vom Unternehmen erworben. Ausnahme: Aktienemission. Insofern fließt dem Unternehmen beim (Zweit-)Handel mit Aktien kein Kapital zu. Sinnvoller ist mE eine (risikoreichere) Direktbeteiligung (Unternehmensanleihe etc.) oder eben der Kauf der vom Unternehmen produzierten Güter.

    1. Danke für die Anmerkung, Philipp! An der Börse kaufen wir üblicherweise von Investoren und nicht direkt vom Unternehmen Aktien (bzw. verkaufen an). Aber zum einen gibt es Ausnahmen, neben den erwähnten Neuemissionen auch jene, wenn das Unternehmen eigene Aktien kauft/verkauft. Wer eine Aktie kauft, hält Kapital des Unternehmens. Er oder sie investiert in dem Sinne in dieses, auch, wenn von einem anderen Aktionär das Papier abgekauft wurde.

      Nicht vergessen werden sollte der Nachfrageeffekt. Stellen Sie sich vor, plötzlich möchte fast niemand mehr Aktien von Unternehmen kaufen, die nicht nachhaltig sind. Dann werden die Preise von deren Aktien fallen und sie haben Probleme an frisches Kapital zu kommen (und wer nicht nachhaltige Papiere hält, wird diese nur billig los). Mit dem Kauf nach Nachhaltigkeitskriterium wird also signalisiert, dass Unternehmen gerne so handeln sollen.

      Wie Philipp schreibt, ist es natürlich eigentlich logisch und eine gute Idee, zusätzlich beim eigenen Konsum möglichst nachhaltig zu handeln – auch das hilft bspw. der Umwelt und wenn viele Leute so handeln, spüren Unternehmen das und ändern ihr Angebot.

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