Was Robo-Advisor so mit Ihrem Geld machen würden

Wer Geld anlegen möchte oder muss, sollte das selber tun. Finde ich. Nicht unüberlegt, sondern mit Strategie, am besten angelehnt an den norwegischen Ölfonds. Doch sind Robo-Advisor eine gute Alternativ? Investieren nach dem Prinzip des Ölfonds ist preiswert und lässt basierend auf historischer Performance recht ordentliche Rendite erwarten und das bei relativ geringem Risiko. So hat der norwegische Ölfonds seit 1998 den DAX geschlagen und gleichzeitig weniger geschwankt als dieser. Ja, das Historische ist nie Garant für die Zukunft, aber bester Orientierungspunkt.

Jetzt aber zu dem Anlagevehikel, das in letzter Zeit sehr in Mode gekommen ist. Robo-Advisor, Finanzfirmen also, die die Auswahl von Papieren dem Computer überlassen. Wie beim Ölfonds wird auch hier versucht, den optimalen Mix, der sich unter anderem aus Anlagezeitraum und Risikobereitschaft ergibt, zu finden. Robo-Advisor kosten im Schnitt insgesamt jährlich um die 1 %. Damit sind Gebühren für das dahinterstehende Unternehmen ebenso wie für die eingesetzten Produkte abgegolten.

1 % Kosten pro Jahr ist alles andere als wenig, aber im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds nicht so viel. Wer nach dem Vorbild Ölfonds investiert, sollte aber deutlich darunter liegen. Die Süddeutsche Zeitung hat sich angeschaut, wie die drei Robo-Advisor Scalable Capital, Visualvest und Quirion 30.000 € für einen 40-Jährigen mit 100.000 € verfügbaren Vermögen und mittlerer Risikotoleranz fürs Alter anlegen würden. Das Ergebnis steht hier (Ergebnis heißt in dem Fall nur Zusammensetzung des Depots, keine Rendite, aber bei kurzem Horizont wäre die auch gar nicht so aussagekräftig) und wirft die Frage auf, ob man das selber nicht besser und preiswerter kann.

Zwei weitere große Vorteil, den meines Erachtens das selbst gemanagten Portfolio mit sich bringen:

  • Man muss sich mehr mit dem Marktgeschehen auseinander setzen und kann so lernen die Finanzmärkte zu verstehen.
  • Die Auswahl der Produkte ist komplett in eigener Hand. So fällt es zum Beispiel leichter, auf ausgewählte nachhaltige ETFs zu setzen.

Was ich aber in jedem Fall empfehlen kann, ist der Blog beim Robo-Advisor Scalable. Fundiert und mit Verweis auf viele interessante Daten schreiben der Scalable-Gründer Stefan Mittnik und seine Kollegen über Finanzmärkte und Wirtschaft und geben Denkanregungen, auch für jene, die lieber selber investieren als dies einem Robo-Advisor zu überlassen.

Kaufen, wenn.. die Pauke schlägt?

Wert und Preis sollten passen. (Foto: Bomsdorf)
Wert und Preis sollten passen. (Foto: Bomsdorf)

“Kaufen, wenn die Kanonen donnern”, soll Carl Mayer von Rothschild gesagt haben. Den Nachnamen kennen fast alle und bringen fast alle mit viel Geld in Zusammenhang. Das reicht vielen, um den Ratschlag befolgen zu wollen.

Gestern ging es an den Märkten breit tüchtig bergab. Und heute titelt die FAZ online “Anleger befürchten „Paukenschlag“” und verweist auf Trumps Strafzölle.

Also alles auf kaufen? Ja.

Aber nicht, weil es donnert, sondern weil, wer von einer positiven erwarteten Aktienmarktrendite ausgeht, immer kaufen sollte, wenn es seine eigene wirtschaftliche Lage und Situation zulassen. So macht es der Ölfonds auch. Der tankt stets und reduziert oder erhöht die Aktienquote nicht plötzlich drastisch. Market Timing ist eine Illusion. Eine tiefergehende Analyse dann ab Mitte April in meinem Buch “So werden Sie reich wie Norwegen”.

Einen guten Drink kauft man ja auch nicht, weil er gerade spottbillig ist, sondern, weil er seinen Preis wert ist. Womit es natürlich jedem selber überlassen bleiben soll, zum Bailey’s zu greifen (88 Dänische Kronen wie hier angegeben, sind übrigens rund 12 Euro). Ich mach’s ungern.

Verraten und verkauft – wenn die Politik Banker statt Aufpasser spielt

Nun ist sie weg, die HSH Nordbank. Für eine Milliarde Euro. Doch der Preis sagt in diesem Fall wenig über das Investment. Hamburg und Schleswig-Holstein haben mit der öffentlichen Bank viel vor gehabt – und Schätzungen zu Folge insgesamt zwischen 11 und 14 Milliarden Euro verloren. Klingt schrecklich, ist es auch. Mindestens 14 mal hätte davon die Elbphilharmonie, das neue Wahrzeichen der Hansestadt Hamburg, bezahlt werden können (das übrigens auch schon viel teurer wurde als geplant). Doch die Politik versenkte das Geld.

Düsterer Blick von der Elbphilharmonie. (Foto: Bomsdorf)
Düsterer Blick von der Elbphilharmonie. (Foto: Bomsdorf)

Doch es geht noch schlimmer: „Mit dem Geld hätten wir auf einen Schlag alle Hamburger Schulen und Hochschulen komplett sanieren und auf den modernsten Stand bringen können. Oder wir hätten eine 35 Kilometer lange U-Bahn bauen können – einmal quer durch die Stadt“, zitiert Matthias Wyssuwa in der FAZ den Grünen Anjes Tjarks. Tja, warum haben sie es denn nicht getan? Die öffentliche Hand ist dazu da, den Finanzmarkt zu regulieren, damit es nicht wieder zu Exzessen und Finanzkrisen kommt, nicht aber, um zu versuchen mit dubiosen US-Immobiliengeschäften Milliarden zu verdienen (und mit zur Verfügungstellung des Geldes die Krise womöglich noch verstärkt zu haben).

Wer in Aktien investiert, sollte sich auch immer fragen, welche Rolle der Staat einnehmen soll. Denn ohne über die Funktionsweise des Marktes nachzudenken, sollte niemand sein Geld an der Börse investieren. Linke haben oft die Idee, dass der Staat als Unternehmer oder Banker besser wäre als der Kapitalist. Die Geschichte um die HSH Nordbank zeigt, dass Politiker auch viel finanziellen Unsinn anrichten können.

Anders als Kapitalisten zerstören sie dabei aber nicht Geld von denjenigen, die es Ihnen bewusst gegeben haben und wissen, dass sie ihr Kapital riskieren. Nein, Politiker bekommen über Steuern bestimmt nicht Geld, um damit Schiffe oder Immobilienprojekte in den USA zu finanzieren, sondern die Bürger wollen, dass das Geld ins Gemeinwesen investiert wird. Die Finanzwirtschaft (und nicht nur die) braucht einen starken Staat, einen der Regeln setzt und die Märkte beaufsichtigt, aber keinen, der mitspielen will – egal, ob damit Verluste oder Gewinne erwirtschaftet werden. Gleichwohl ist letzteres natürlich noch schlimmer. Denn es leidet die Allgemeinheit, die stattdessen bessere Schulen oder bessere Infrastruktur hätte bekommen können.

Spotify Börsengang – lieber hören als kaufen?

Spotify auf dem iPhone - und bald an der Börse. (Foto: Bomsdorf)
Spotify auf dem iPhone – und bald an der Börse. (Foto: Bomsdorf)

Die gestrige Meldung, dass der Musikstreamingdienst Spotify nun an die New Yorker Börse NYSE gehen möchte, ist keine wirkliche Überraschung. Schon seit langem galt ein IPO (Initial Public Offering – die erstmalige öffentliche Notierung an einer Börse, wenngleich Spotify da einen Sonderweg gehen wird) als geplant und demnach nur noch eine Frage der Zeit.

Das aus Schweden stammende Unternehmen hat den Musikmarkt ähnlich stark aufgemischt wie die Landsleute mit Pirate Bay. Nur dass Spotify dazu beigetragen hat, dass die Erlöse der Musikindustrie wieder gestiegen sind während die File-Sharing-Seite Pirate Bay ermöglichte Musik zu hören, ohne dass Labels und Künstler daran verdienten. Freilich klagen Musiker immer wieder klagen, Spotify zahle zu wenig. Die wiederum meinen, das könne sich ändern, wenn das Streamingmodell sich endgültig durchgesetzt habe. In den vergangenen Jahren habe ich Spotify in Stockholm und Berlin besucht und mehrfach über das Unternehmen geschrieben – unter anderem im November 2017 diesen Text für return. Spotify selber macht noch Verlust. Das ist für ein Unternehmen in einem jungen IT-Feld nicht ungewöhnlich.

Wer beim Spotify-Börsengang dabei sein sollte

Bleibt die Frage, ob der Einstieg bei Spotify für Investoren lohnt. Kann sein, muss aber nicht. Diese Börsenweisheit gilt auch hier.

Wer wie der größte Staatsfonds der Welt, der norwegische Ölfonds, investieren möchte, kauft die Papiere (Kürzel: SPOT) nur dann, wenn das  Depot so groß ist, dass selbst ein Paket von Spotify-Anteilen keinen entscheidenden Einfluss auf die Performance ausübt. Dann nämlich gehören die Aktien der Schweden einfach dazu, um den Markt abzubilden.

Für alle anderen mit gewöhnlicher Depotgröße und norwegischer Strategie gilt: Breit in ETFs investieren und damit den Markt abbilden. Dazu gehört auch Spotify. Sobald die Aktie in einen Index aufgenommen wird, der zum eigenen Portfolio gehört, erwirbt man indirekt ohnehin Anteile an dem Streamingdienst und kann von dessen Erfolg (wie natürlich auch Misserfolg) profitieren, ohne sich fragen zu müssen, ob der Einstieg sinnvoll ist.

Wer bei normal großem Depot mit ein paar tausend Euro / ein paar Prozent des Depotvolumens bei Spotify einsteigt, setzt voll auf Risiko und damit die damit verbundene negative wie positive Renditeaussicht. Und den Lerneffekt. Denn zumindest anfangs in Einzelwerte zu investieren hilft auch, die Börse besser kennenzulernen.

SNAP-Aktie seit Börsengang im März 2017.
SNAP-Aktie seit Börsengang im März 2017.

Wer das schon bei Snap, der Snapchat-Firma, gemacht hat, kann Spotify getrost übergehen. Die Papiere wurden übrigens auch an der NYSE gelistet und haben seither eine kleine Achterbahnfahrt hinter sich.

 

Erfolgreiche Geldanlage: Ölfonds schlägt DAX – 2017 und seit 1998!

Schöne Natur zeichnet Norwegen neben erfolgreicher Geldanlage aus. (Foto: Bomsdorf)
Schöne Natur zeichnet Norwegen neben erfolgreicher Geldanlage aus. (Foto: Bomsdorf)

Das Wetter mag noch nach Winter aussehen, doch der Frühling nähert sich und damit ist die Zeit der Jahresberichte da. Aus Norwegen kommen in Sachen erfolgreiche Geldanlage wieder einmal ziemlich gute Ergebnisse. Heute (27.2.2018) hat NBIM, die Investmentabteilung der norwegischen Zentralbank, die 2017er Zahlen für den Ölfonds vorgelegt. Satte 13,7 % beträgt dessen Rendite für das vergangene Jahr. Mit Aktienanlagen alleine wurden gar 19,4 % erreicht. Der DAX kam im selben Zeitraum nur auf 12,5 % (Jahresendstand 2017 vs. Jahresendstand 2016).

Erfolgreiche Geldanlage: Seit 1998 hat sich der Ölfonds besser entwickelt als der DAX – bei weniger Risiko!
Erfolgreiche Geldanlage: Seit 1998 hat sich der Ölfonds besser entwickelt als der DAX – bei niedrigerem Risiko!

Seit 1998 ist die durchschnittliche jährliche Rendite des Fonds damit noch einmal leicht, nämlich auf 6,1 % gesteigert worden. Auch damit stellt das Fonds-Management  den deutschen Leitindex in den Schatten. Der erreichte im selben Zeitraum nur 5,6 % pro Jahr und das bei höherem Risiko. Die Performance des DAX schwankte über die Jahre besehen nämlich erheblich stärker.

Norwegisch Investieren ist erfolgreiche Geldanlage

Wer in den vergangenen 20 Jahren sein Geld wie die Norweger angelegt hat, hat damit also nicht nur einen ETF auf den DAX geschlagen, sondern dabei auch noch ruhiger geschlafen. Der Wert eines nach Ölfonds Vorbild aufgebauten Portfolios schlug nämlich weniger stark aus. Falls also zwischendurch mal hätte verkauft werden müssen, wäre meist ein besserer Preis erzielt worden, als mit dem DAX-Engagement. Das lässt sich ganz leicht an obiger Grafik erkennen: In fast allen Jahren liegt die Linie des Ölfonds über der des DAX.

Wie nach norwegischem Vorbild investiert werden kann, erkläre ich in meinem Buch “So werden Sie reich wie Norwegen”, das Mitte April bei Campus erscheint.

50 % Rendite binnen 4 Jahren – Ölfonds verkauft Büroimmobilie in München

Der norwegischen Ölfonds verkauft seinen 50 %-Anteil am Bürohaus der Süddeutschen Zeitung in München, SZ Tower.

Erlös: 122 Millionen €.

Nein, sogar 122,1 Millionen € wie es in der Pressemitteilung von heute, 20. Februar 2018, steht.

Das ist viel Geld.

Viel interessanter ist aber, was der Fonds wann für eben jene 50 % gezahlt hat.

Gekauft wurde die “halbe” Immobilie Ende 2013 für….

82 Millionen €. Das steht in dieser Meldung vom 22. November 2013.

Rendite? 40 Millionen € oder grob gerechnet 50 % – binnen etwas mehr als 4 Jahren (exkl. evtl. weiterer Kosten oder Gewinne wie Instandhaltung, Mieteinnahmen). Das entspricht einer Jahresrendite von rund 10 % alleine durch Wertsteigerung. Ziemlich klug, diese Norweger.

Wie Privatanleger ähnlich klug investieren, wie der norwegische Ölfonds, erfahren sie hier.