Wie geht es nach fast 14% Rendite in einem Jahr weiter?

Satte 13,7% plus verzeichnete der norwegische Ölfonds im vergangenen Jahr als Rendite. Eine ziemliche Leistung, die wohl viele deutsche Sparer gerne erbracht hätten. Allein, es fehlt der Mut zur Aktie. Im ersten Quartal 2018 hat der Fonds übrigens mit 1,5% leicht im Minus gelegen. So ist das Leben (an der Börse), es geht ständig auf und ab. Aber solange es langfristig aufwärts geht, ist das doch in Ordnung.

Und langfristig ging es beim Ölfonds bisher stets aufwärts, wie dieser Chart zeigt. Den DAX ziehe ich übrigens zum Vergleich an, weil das wohl der Index ist, mit dem am meisten der in Deutschland lebenden Menschen etwas anfangen können – dieser entwickelte sich schlechter als der Ölfonds seit dessen Auflegung 1998 und schwankte vor allem viel stärker.

Schwankende Rendite, aber im Schnitt ziemlich gut: der norwegische Ölfonds.
Schwankende Rendite, aber im Schnitt ziemlich gut: der norwegische Ölfonds.

Wie es im zweiten Quartal und damit im gesamten ersten Halbjahr 2018 mit dem Ölfonds gelaufen ist, erfahren wir, wenn in einer Woche in Oslo der Bericht für die Monate April bis Juni 2018 auch online präsentiert wird.

Benchmark? Welche Benchmark?

“Der Vergleich hinkt” oder “Man kann keine Äpfel mit Birnen vergleichen” sind beliebte Argumente, um sich unbeliebter Kritiker zu entledigen. Aber natürlich können Äpfel mit Birnen verglichen werden, bestens sogar, denn die Unterschiede sind gut zu erkennen und viele Vergleiche, die angeblich hinken, werden dadurch nicht schlechter. Wenn die Performance, also der Erfolg, von Anlageprodukten und damit der Geldanlage verglichen wird, ist es wichtig, zumindest zu wissen, ob da Äpfel und Birnen (die in dem Fall die Benchmark wären) verglichen werden oder was da geschieht.

Die Süddeutsche Zeitung hat heute einen Text online in dem die Performance von Roboadvisern (wer eine schönere Pluralbildung kennt, bitte melden..) verglichen wird. Verglichen womit? Untereinander und – mit dem DAX? Das kann man machen, denn für den deutschen Kleinanleger ist der DAX häufig der bekannteste Index und womöglich auch ein potenzielles Investment (in Form eines ETF auf den DAX). Deshalb habe auch ich für mein Buch “So werden Sie reich wie Norwegen” die Performance des DAX mit dem Ölfonds verglichen, der DAX diente hier also als Benchmark. Dass sich beide unterschiedlich entwickeln ist nicht zuletzt deshalb wenig verwunderlich, weil der DAX ein höheres Risiko hat (das er trotzdem in der langen Periode 1998-2016 schlechter abschneidet, spricht klar gegen ein Investment in den DAX und für eins in ein nach dem Ölfondsvorbild aufgebautes Portfolio). Die Süddeutsche begeht aber den Fehler nicht zu erläutern, warum ein Vergleich mit dem DAX sinnvoll sein kann und erwähnt auch nicht das grundsätzlich andere Risiko.

Die Portfolios der Roboadviser hat sich dieses Frühjahr deutlich anders entwickelt als der DAX, diese sind (vgl Risiko) weniger stark gefallen. Kein Wunder, denn es handelt sich anders als beim DAX nicht um reine Aktienportfolios. Wenn nicht auf das deutlich unterschiedliche Risikoniveau eingegangen wird, ist der Vergleich, den die Website Brokervergleich anstellt (und auf den die Süddeutsche sich auch bezieht), sinnvoller als der der Süddeutschen. Bei Brokervergleich wird ein Portfolio, dass zu 50% aus dem MSCI World sowie zu 50% aus Staatsanleihen (Barclays Aggregate) besteht herangezogen – es schneidet häufig und vor allem längerfristig (2 und 3 Jahre) besser ab als die Roboaadviser. Am besten aber steht das Weltportfolio von Kommer da, das in seinem Zugang dem norwegischen Ölfonds ziemlich ähnlich ist. Wer sich an dem größten Staatsfonds der Welt orientiert, kann sich neumodische Roboadviser also womöglich sparen und macht dennoch einen besseren Schnitt.  q.e.d. ?

Erfolgreiche Geldanlage: Ölfonds schlägt DAX – 2017 und seit 1998!

Schöne Natur zeichnet Norwegen neben erfolgreicher Geldanlage aus. (Foto: Bomsdorf)
Schöne Natur zeichnet Norwegen neben erfolgreicher Geldanlage aus. (Foto: Bomsdorf)

Das Wetter mag noch nach Winter aussehen, doch der Frühling nähert sich und damit ist die Zeit der Jahresberichte da. Aus Norwegen kommen in Sachen erfolgreiche Geldanlage wieder einmal ziemlich gute Ergebnisse. Heute (27.2.2018) hat NBIM, die Investmentabteilung der norwegischen Zentralbank, die 2017er Zahlen für den Ölfonds vorgelegt. Satte 13,7 % beträgt dessen Rendite für das vergangene Jahr. Mit Aktienanlagen alleine wurden gar 19,4 % erreicht. Der DAX kam im selben Zeitraum nur auf 12,5 % (Jahresendstand 2017 vs. Jahresendstand 2016).

Erfolgreiche Geldanlage: Seit 1998 hat sich der Ölfonds besser entwickelt als der DAX – bei weniger Risiko!
Erfolgreiche Geldanlage: Seit 1998 hat sich der Ölfonds besser entwickelt als der DAX – bei niedrigerem Risiko!

Seit 1998 ist die durchschnittliche jährliche Rendite des Fonds damit noch einmal leicht, nämlich auf 6,1 % gesteigert worden. Auch damit stellt das Fonds-Management  den deutschen Leitindex in den Schatten. Der erreichte im selben Zeitraum nur 5,6 % pro Jahr und das bei höherem Risiko. Die Performance des DAX schwankte über die Jahre besehen nämlich erheblich stärker.

Norwegisch Investieren ist erfolgreiche Geldanlage

Wer in den vergangenen 20 Jahren sein Geld wie die Norweger angelegt hat, hat damit also nicht nur einen ETF auf den DAX geschlagen, sondern dabei auch noch ruhiger geschlafen. Der Wert eines nach Ölfonds Vorbild aufgebauten Portfolios schlug nämlich weniger stark aus. Falls also zwischendurch mal hätte verkauft werden müssen, wäre meist ein besserer Preis erzielt worden, als mit dem DAX-Engagement. Das lässt sich ganz leicht an obiger Grafik erkennen: In fast allen Jahren liegt die Linie des Ölfonds über der des DAX.

Wie nach norwegischem Vorbild investiert werden kann, erkläre ich in meinem Buch “So werden Sie reich wie Norwegen”, das Mitte April bei Campus erscheint.