Neue Superrendite beim Ölfonds, bei Dir aber nicht? Daran kann es liegen

MSCI World in USD

Klasse: Der MSCI World legte in USD gemessen in 2025 superstark zu! Quelle: JustETF

Auch 2025 war mal wieder ein klasse Jahr für den norwegischen Ölfonds. Der hat soeben eine Rendite von 15% vermeldet! Wahnsinn! Beim Aktienpart sieht es noch besser aus: plus 19%! Du folgst der Ölfondsstrategie, vielleicht sogar anhande meines Buches „So werden Sie reich wie Norwegen“? Super! Aber verzeichnest fürs vergangene Jahr trotzdem eine viel schwächere Rendite? Kein Grund die Strategie oder Deine Umsetzungsfähigkeiten anzuzweifeln und auch kein Grund, sich zu ärgern. Denn es gibt eine einfache Erklärung.

Der norwegische Ölfonds legt international an und berichtet die Rendite entsprechend bezogen auf einen Währungskorb während deutsche Anleger ihr Deport gewöhnlich in Euro führen und die Rendite darauf bezogen errechnen. Manches Jahr führt das zu Vorteil Ölfonds und manches Jahr zu Vorteil deutsches Depot, genauso wie ein Investment im zentralen Markt USA manches Jahr in Euro gerechnet eine stärkere Performance hat und manches Jahr eine schwächere.

MSCI World 2025 in EUR

Der MSCI World legte in EUR gemessen in 2025 nicht so stark zu. Letztlich aber nicht entscheidend. Quelle: JustETF

Natürlich gibt es Jahre, da sind die Unterschiede wie in 2025 deutlich und andere Jahre nur gering.  Letztlich macht es keinen Unterschied, es lohnt normalerweise nicht, sich gegen Währungsschwankungen abzusichern (warum, könnt ihr in meinem Buch lesen), denn das kostet bei der langfristigen Geldanlage mehr als es bringt.

 

Sehr gut veranschaulichen lässt sich der Performance-Unterschied indem die Entwicklung des MSCI World in 2025 gemessen in USD mit der in EUR verglichen wird – z.B. bei JustETF.

Börse statt Beamte – so könnte die Rente gerettet werden

So stellt sich Canva die Rettung des deutschen Rentensystems durch die Börse vor.

Mit Neid (auf Beamte und andere) lässt sich oft gut Klicks und Zustimmung generieren. Deshalb ist es kein Wunder, dass immer wieder vorgeschlagen wird, doch bitte die „privilegierten Beamten“ in das gesetzliche Rentensystem einzubeziehen. Wenn die bloß auch einzahlen würden, dann wäre die gesetzliche Rente vorerst vorm Kollaps gerettet, klingt da raus.

Doch nicht nur wird da ausgeblendet, dass den Einzahlungen natürlich auch Ansprüche entgegen stünden, sondern es wird vielfach auch ignoriert, dass die Beamten gar nicht so privilegiert sind, wie gedacht und aber womöglich durch überdurchschnittliche Lebenserwartung noch mehr Ansprüche hätten als ohnehin befürchtet werden könnte. Der Wirtschaftsjournaliste Patrick Bernau hat in der FAZ dazu einen sehr guten und detaillreichen Artikel veröffentlicht: Das überschätzte Renten-Privileg der Beamten, erschienen Anfang Dezember 2025.

Wie wäre es, statt der Beamte die Börse mehr in die gesetzliche Rentenversicherung einzubinden und wie die nordischen Nachbarn auf mehr Kapitaldeckung zu setzen? Aktuell erhält, wer in Deutschland 35 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat etwa 1690 Euro monatlich ausgezahlt. Und das basierend auf einer ferneren Lebenserwartung für rund 20 Jahre. Um mit realer Ölfondsrendite von 4% auf den selben Wert zu kommen, würde es reichen, monatlich rund 315 Euro zurückzulegen und nach Vorbild norwegischer Ölfonds an den Börsen dieser Welt zu investieren. Wer also neben den gesetzlichen Beiträgen monatlich so viel selber investiert hätte, würde nunmehr eine doppelt so hohe Rente von rund 3400 Euro erhalten. Das heißt auch, gut 160 Euro monatlich – für viele ein realisticherer Wert – hätte zu einer um 50% höheren monatlichen Rente von rund 2500 Euro geführt. Not too bad. Und wenn wie bei der gesetzlichen Rente üblich der Arbeitgeber die Häöfte übernehmen würde, wären in der Beispielrechnung nur noch 80 Euro monatlich

ChatGPT setzt wohl auf eine eigene Form sozialistischen Realismus.

vonnöten, um 50% mehr Rente zu bekommen.

Das umlagefinanzierte deutsche Rentensystem hat viele Vorteile, muss aber, reformiert werden, um  nicht zu kollabieren. Wenn es um eine kapitalgedeckte  Komponente (Stichwort Aktienrente) ergänzt würde, könnten die Renten deutlich steigen, ohne dass die Beiträge entsprechend mitziehen müssten – denn die Rendite an den Kapitalmärkten ist in der Regel größer als über eine Umlagefinanzierung.

Darum lieber die Börse statt der Beamten einbeziehen, denn der positive Effekt dürfte erheblich größer sein.

Ist der Kapitalist Gerd Kommer ein Sozi?

 

Wer hätte das gedacht: Gerd Kommer, der auf LinkedIn eher sehr liberale Ansichten liked, ein Sozi?

Jedenfalls macht er sich dafür stark, dass die (ehemals) klassische SPD-Klientel finanziell bessergestellt wird – und möchte mit Aufklärung dazu beitragen. Kommer argumentiert gegen zehn „toxische Glaubenssätze“, die verhindern, dass jedeR mehr aus dem eigenen Geld macht. .

Warum das vor allem für die nicht-Besserverdienenden wichtig ist, erklärt er gleich zu Anfang und argumentiert, wie ich es auch immer wieder tue:

„als normaler Bürger […] ist der Vermögensaufbau über den globalen Aktienmarkt die beste Option. Das gilt ganz besonders für die einkommensschwächere Hälfte der Bevölkerung“.

Wer nicht sonderlich gut verdient, ist darauf angewiesen, das Beste aus seinem Ersparten zu machen – so in etwa schreibe ich es im Vorwort zu „So werden Sie reich wie Norwegen“.

Bei Kommer folgt die Entkräftung etlicher Vorurteile, die viele (antürlich auch konservative!) BürgerInnen gegen Aktienanlage und den Kapitalismus haben. Es sind größtenteils wie ich finde sehr gute Argumente, die ängstliche deutsche Sparer überzeugen sollten.

Es ist so wichtig, dass, vor allem wäre es so schön, ist es wichtig, wenn auch die Linken und Progressiven endlich wirklich ehrlich progressiv und links denken und versuchen, alle noch mehr am Mehrwert teilhaben zu lassen.

Wenn Arbeitnehmer vermehrt zu Aktionären werden, bekommen sie mehr vom Kuchen ab – und Mitspracherecht. Beteiligung der Arbeitnehmer am Produktivkapital ist ein urlinker Gedanke. Mit der Aktienrente oder anderen Formen mehr zu investieren statt nur zu sparen, wäre letztlich allen geholfen – die Wirtschaft bekommt dringend benötigtes (Eigen)Kapital zur Verfügung gestellt und die BürgerInnen, die es investieren, erhalten langfristig eine höhere Rendite statt mit vorgeblich sicheren Finanzprodukten vor allem die Finanzindustrie samt Vertrieb zu päppeln.

Dann sind natürlich nicht alle (wirtschaftlichen) Probleme beseitigt, aber ein paar. Und es wäre einmal mehr deutlicher, dass es hilft, wenn wir alle an einem Strang ziehen statt immer wieder unnötige Gegensätze aufzubauen.