WM-Aus, Merkel und Deutschland am Ende! Börsen vor dem Absturz! So ein Quatsch

Nerven bewahren und Viel Glück!

Nerven bewahren und Viel Glück!

Börsen-Propheten und Journalisten haben eins gemeinsam: Freude an der Untergangsstimmung. Klassischerweise heißt es „Sex Sells“, doch wer den zu Anfang genannten gut zu hört, erkennt: düstere Aussichten verkaufen sich gut. Zumindest nehmen die Herren (denn leider, leider dominieren in Medien- wie Finanzbranche immer noch Männer) das an.

Am 1. Juli hatte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung im Politikteil (ja, wir kommen gleich noch zur Börse!) einen Artikel mit der Überschrift „Merkel am Ende“. Zunächst konnte man denken, der Autor Christoph Strauch vertritt genau diese These. Doch wer den Text las, erfuhr vor allem von der seit Jahren anhaltenden Untergangsphantasien der „lieben Kollegen“ (wie die Journalisten in einer FAZ-Kolumne stets genannt werden). Demnach titelte der Spiegel schon im Jahr 2001 „Das Vertrauen ist weg“, es sei „einsam geworden um die Vorsitzende aus dem Osten“. Solch Sätze reiht der Artikel aneinander und wir alle wissen: Merkel ist immer noch eine der wesentlichen Figuren deutscher und internationaler Politik, ja, sie ist natürlich auch heute mächtiger und wichtiger als 2001.

Und damit zur Börse. Es lässt sich nämlich ein Muster erkennen, das auch immer wieder bei der Beschreibung der Finanzmärkte auftaucht: Panik und das nahezu genüssliche Niederschreiben von Personen/Unternehmen/positiven Stimmungen. Wie oft ist in den vergangenen Jahren zu lesen gewesen, dass Aktien überbewertet seien und ein Crash unmittelbar bevorstünde, jetzt aber wirklich. Wer sich davon hat beeinflussen lassen, dem ist viel Aufschwung und Rendite entgangen. Eins steht fest, irgendwann wird es wieder runtergehen, zwischenzeitlich. Aber die erwartete Rendite dürfte dennoch positiv sein. Deshalb gibt es nur einen richtigen Zeitpunkt zum Investieren: immer.

Zum Thema neben einem Verweis auf den aktuellen Beitrag des allgeschätzten, nüchternen Beobachter und Analysten Gerd Kommer (der auch im Campus-Verlag publiziert) sowie einen leicht modifizierten Beitrag aus meinem Buch „So werden Sie reich wie Norwegen“:

„Seien Sie kritisch bei Crash-Propheten, die angeblich die Finanzkrise 2008 oder andere Abstürze vorhergesagt haben. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass deren Prognosen sehr vage waren und/oder sie viele andere Dinge auch voraus­gesagt haben, diese aber nicht eingetreten sind. Diese Misserfolge bleiben aber unerwähnt. In dem Fall ist die angebliche Prognose wohl eher ein Zufallstreffer, der sich gut nachträglich rationalisieren lässt.“

WM-Aus für Deutschland! Aber in vier Jahren gibt's die nächste Chance.

WM-Aus für Deutschland! Aber in vier Jahren gibt’s die nächste Chance.

Und nochmal zur Überschrift. WM-Aus für Deutschland, ja, das stimmt. Damit ist aber weder der Fußball am Ende, noch sind die Zeiten so düster, dass man behaupten könnte, Deutschland oder Merkel stünden unglaublich schlecht da. Einfach mal auf die Wirtschaftsdaten unseres Landes schauen und die Umfragewerte der CDU – es könnte schlimmer sein. Und wenn eine Kanzlerin, die nunmehr dreizehn Jahre regiert, mal abdanken muss, dann ist das Demokratie und nicht die Erfüllung der düsteren Prophezeiungen von Journalisten, die sie seit Jahrzehnten runterschreiben (das ist im Übrigen keine pro- oder anti-Merkel-Positionierung, sondern nur eine nüchterne Beschreibung). Also besser: Nerven bewahren und Viel Glück!

Ich bin nicht allein (mit meinen Norwegen-Ölfonds-Ideen)

Egal ob allein, zu zweit oder zu vielen, in Oslos Paradiesbucht ist es immer schön (Wassertemperatur auf diesem Bild: geschätzte 2 Grad Celsius; Foto: Bomsdorf).

Egal ob allein, zu zweit oder zu vielen, in Oslos Paradiesbucht ist es immer schön (Wassertemperatur auf diesem Bild: geschätzte 2 Grad Celsius; Foto: Bomsdorf).

Binnen wenigen Minuten wiesen mich heute zwei Freunde auf ein Interview im Wirtschaftsmagazin Capital hin (beides mal übrigens über Blendle). Es ging wie so häufig um Norwegen und seinen Ölfonds. Im Interview mit Christian Kirchner (online steht eine kurze Zusammenfassung) spricht der anerkannte britische Akademiker Elroy Dimson über das Verhalten von Privatanlegern. Ganz zentral ist seine Erklärung, warum diese gut daran täten, sich am norwegischen Ölfonds zu orientieren.

Das zu lesen, hat mich natürlich sehr gefreut, zumal Dimson – der den Fonds über einige Jahre hinweg beraten hat – natürlich unabhängig von meinem Buch „So werden Sie reich wie Norwegen“ (davon gehe ich jedenfalls aus 🙂 ) diese Idee hatte. Wenn der Chair des „Centre for Endowment Asset Management at Cambridge Judge Business School“ und „Emeritus Professor of Finance at London Business School“ die gleichen Thesen vertritt, ist das doch interessant.

Das sind Dimsons Hauptpunkte:

  1. Jeder kann anlegen, wie ein Staatsfonds (so lautet denn auch die Überschrift des Interviews ),
  2. weltweit waren historisch 5% reale Rendite pro Jahr bei Aktien drin,
  3. Immobilien liegen deutlich darunter, Untersuchungen, die anderes besagen, vernachlässigen mit dem Investment verbundene Kosten,
  4. Aktien bieten den Vorteil, dass das Risiko stark gestreut werden kann,
  5. Hyperinflationen und Kriege sind noch im kollektiven Bewusstsein der Deutschen und haben diesen die Lust an Aktien vergällt,
  6. das ist psychologisch verständlich, doch das Risiko lässt sich streuen – s.o. .
  7. … Ich mag hier nicht das ganze Interview wiedergegeben, denn es ist wirklich wert, gelesen zu werden und natürlich ist es alleine die paar Euro wert, die Capital online oder gedruckt kostet.

Übrigens erschien schon im Frühjahr bei Capital online ein Gastkommentar von mir in dem ich argumentiere, warum sich auch Privatanleger den Fonds zum Vorbild nehmen sollten. Nachzulesen hier (es lohnt auch ein Blick auf meine Presse-Seite).

Nicht, dass ich (dröge) Finanzwissenschaft und Liebeslyrik auch nur ansatzweise auf eine Stufe stellen mag, aber bei seinen Thesen nicht allein zu sein, ist ein schöner Anlass ein altes, schönes Lied zu hören: You’re not Alone.

„So werden Sie reich wie Norwegen“ erneut auf der Bestsellerliste

"So werden Sie reich wie Norwegen" auch im Juli auf der Bestsellerliste des "Manager-Magazins". (Screenshot)

„So werden Sie reich wie Norwegen“ auch im Juli auf der Bestsellerliste des „Manager-Magazins“. (Screenshot)

Auf Anhieb hatte es mein Buch „So werden Sie reich wie Norwegen“ (Campus Verlag, 19,95 Euro) auf Platz 5 der Bestsellerliste vom Wirtschaftsmagazin „Manager-Magazin“ geschafft. Das war ebenso gut wie überraschend und der Verlag musste auch schon nachdrucken. Nicht minder erfreut war ich, jetzt zu hören und zu lesen, dass sich das Buch auch im zweiten Monat auf der Position gehalten hat. Vielleicht bleibt das ja noch einen dritten Monat so. Mich würde es freuen. Für alle, die das Buch noch nicht haben, auf in den lokalen Buchhandel oder halt online zu Bücher.de oder Amazon.